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Stammersdorfer Dorfchronik

Lage

Stammersdorf liegt am Fuß des Bisamberges und erstreckt sich zum Teil in die Ebene des Marchfeldes bis Gerasdorf. Der Ortskern (Stammersdorfer Straße) zeigt noch heute die Form eines Linsenangerdorfes, überragt von der barockisierten mittelalterlichen Wehrkirche auf der ersten Stufe des Bisamberges.

Entwicklung

Schon in der Eiszeit siedelten verschiedene Völker im Raum des heutigen Stammersdorf, doch erst 1000n.Chr. wurde es zu einer fränkischen Siedlung. Stammersdorf war bei allen Kriegshandlungen die vom Norden ausgingen die letzte "Etappe" vor dem Marsch auf Wien oder den Donauübergang bei Jedlesee. Die erste urkundliche Erwähnung als "Urfahr bei Stammersdorf" zeigt, daß Stammersdorf in früheren Jahren an einem Seitenarm der Donau lag, welcher heute nicht mehr erkennbar ist.
Im 15.Jhdt. wurde der Ort dann von den Ungarn schwer verwüstet und bis ins 19.Jhdt. immer wieder von den Türken und anderen Völkern heimgesucht. Einige errichteten ein Kriegslager in Stammersdorf , andere wüteten und steckten die Häuser in Brand.
In Stammersdorf fielen öfters große Teile der Bevölkerung verschiedenen Seuchen zum Opfer. Seit dem 16.Jhdt. wüteten Pocken- und Pestepidemien sowie die Cholera und entvölkerten fast den ganzen Ort.
Mit der Errichtung der ständigen Reichsstrasse nach Mähren (Brünnerstraße) lag Stammersdorf vorerst abseits der Route und entwickelte sich in der Folge in Richtung Brünnerstraße. "Am Rendez-Vous" entstand die erste Poststation nach Wien in der Nähe des alten Jagdhauses, welches öfters als Ausgangspunkt höfischer Jagden in den Wäldern um Stammersdorf diente.
Das Gebiet von Stammersdorf und der Bisamberg waren in Kriegszeiten immer strategisch wichtig. Vom 30jährigen Krieg über die Belagerung Wiens durch die Türken 1683 bis zu den Napoleonischen Kriegen und dem Krieg von 1866 reicht die Reihe kriegerischer Ereignisse, bei denen hier Truppen aufmarschierten. 1809 wurde von hier der Gegenangriff gegen die übersetzenden Franzosen bei Jedlesee gestartet, 1848 war in Stammersdorf die letzte Station des kaiserlichen Gegenangriffs auf die Revolutionäre in Wien. 1866 und nochmals 1914 wurde der Bisamberg zur "Festung" ausgebaut um als letztes Bollwerk vor Wien Angreifer aus dem Norden abzuhalten.
Mit dem Stellwagen, später der Dampftramway, die Stammersdorf mit Floridsdorf am Spitz und Wien verband, sowie Anfang des 20. Jahrhunderts der Strecke Stammersdorf-Auersthal (später NÖ Landesbahn) wurde Stammersdorf als Ausflugsort für die Wiener Tagesgäste entdeckt.
Das 20. Jahrhundert brachte starke Veränderungen für die Gemeinde. Mit der Übernahme der bis dahin privaten Dampftramway durch die Stadt Wien und der Elektrifizierung sowie der Eingemeindung in den 21. Wiener Bezirk durch die Nationalsozialisten wurde Stammersdorf in die Stadt integriert. Die Stadt wuchs, besonders in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts an den Winzerort heran und schloss ihn ein. Nur die "Schutzzone Bisamberg" und die Ensembleschutzbestimmungen retten den alten Ortskern vor der Urbanisierung.
Eine, Mitte des 17. Jahrhunderts errichtete, Kapelle an der Kreuzung der Hagenbrunnerstraße und der Dr. Nekowitschstraße verschwand Mitte des 20. Jahrhunderts in einem Wohnhausbau ebenso wie ein Meierhof, der einem städtischen Wohnbau wich. Das Zeughaus der freiwilligen Feuerwehr (hinter der Mariensäule Richtung Strebersdorf) wurde mit der Eingemeindung ebenso abgerissen, wie das Jugendstil-Gemeindeamt neben demPfarrhof heute einen Stützpunkt der Wien-Energie beherbergt. Die alte Volksschule in der schmalen Gasse zur Kirche wich einem Park und die freien Flächen zwischen Jedlersdorf und Stammersdorf wurden mit "Neu-Stammersdorf" verbaut.
Mit den Weinfesten "Mailüfterl", den "Stammersdorfer Weintagen" im August und den "Stürmischen Tagen" im Herbst hat Stammersdorf Fixpunkte im Veranstaltungskalender des Bezirkes.

© Floridsdorf.NET Donnerstag , 27. April 2017